Auf den Spuren der Kelten in Rödermark

Auf den Spuren der Kelten in Rödermark

Oktober 20, 2018 0 Von wanderanke

Echt jetzt? Kelten? Hier? Am 4. August 2018 waren wir mal gucken 

Rundwanderung – 9 km – 2,5 Stunden - Höhenmeter: 100

Kommt doch mal zu uns

Heute sind wir mal in heimatlichen Gefilden unterwegs. Da, wo Angela sonst mit dem Hund Gassi geht, wir gemeinsam walken (schon eine Weile her) oder auch mit den Kindern viel unternommen haben (noch länger her).

Wahrscheinlich geht es euch genauso, wie uns: Wandern hat immer auch was mit Sehnsucht zu tun. Nach neuen Orten, schönen Landschaften, tollen Erlebnissen.

Das vermutet man überall, nur selten da, wo man wohnt. Schön ist es immer eher bei den anderen, fast gilt: Je weiter weg, desto besser.

Aber dann haben wir Rödermark zufällig auf der Homepage der Keltenwelten gefunden. Uns wurde klar, dass es auch bei uns Schönes und Besonders gibt, das für Euch ein lohnendes Ausflugsziel sein kann.

Und deshalb nehmen wir Euch jetzt einfach mal mit in „unser Wohnzimmer“.

Auf der Bulau

Start ist am Hotel Odenwaldblick im Rödermärker Stadtteil „Bulau“. Das ist sehr schön und günstig gelegen, am Ende der Tour könnt ihr dort einkehren (Öffnungszeiten findet Ihr in der Info-Box am Ende dieses Beitrags).

Achtung: Der große Parkplatz vor dem Hotel ist privat und somit „Nur für Gäste“. Am besten fragt Ihr kurz an der Rezeption und vielleicht werdet Ihr nach der Wanderung ja tatsächlich Gäste… Dann sollte das Parken dort kein Problem sein.

Ihr könnt aber auch einfach unten an der Rodaustraße parken und lauft dann über den Feldweg bis zum Bahnübergang und steigt ab da in die Tour ein.

Und los geht‘s

Wir laufen jetzt erstmal Richtung Ort, lassen also Hotel und Wald hinter uns. Direkt vor dem Bahnübergang biegen wir rechts ab, laufen auf dem Feldweg entlang der Gleise und nach ca. 100 Metern kommen wir an eine Gruppe Sitzkiesel – untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns an der Rundroute des Regionalparks Rhein-Main befinden.

Eine Pause brauchen wir eigentlich noch nicht, wir sind ja gerade erst losgelaufen.

Dennoch halten wir kurz an. Uns wird ein bisschen wehmütig zumute. Genau an dieser Stelle waren wir vor einigen Jahren mit unseren Jungs unterwegs und haben einen Cache gesucht.

Wir widerstehen der Versuchung und gucken NICHT nach, ob er noch da liegt. Schließlich sind wir heute in „Mission wanderanke“ unterwegs.

Heute leider kein Eis

An dieser Stelle biegen wir in den Wald ein und laufen geradeaus, bis wir auf einen Waldweg stoßen. Da geht’s dann nach rechts weiter.

Wir kommen am Naturfreundehaus mit Biergarten vorbei. Die Öffnungszeiten sind jetzt leider nicht sooo toll. Hier kann man aber ganz gut was trinken, oder sich ein Eis für unterwegs mitnehmen.

Wir haben am Tag unserer Wanderung leider Pech. Geschlossen. Trotz der Mega-Hitze. Für uns heißt es: Kein Eis, kein Kaffee, kein Wasser.

500 m weiter kommt dann der „Wasserberg“. Über dem Trinkwasserbehälter des Wasserwerks Dieburg könnt Ihr fast schon in luftigen Höhen ein Picknick machen, Eis essen oder Euch ausruhen. Vom Weg aus ist man da oben nicht zu sehen. Fanden unsere Kinder schon immer recht nett.

Bei Schnee wird dieser Berg rege zum Schlittenfahren genutzt. Er ist immerhin die höchste Erhebung auf dem Stadtgebiet von Rödermark -sagenhafte 203,9 m ü. NHN! 

Es war einmal: Trimm dich fit

Auf dem Weg sind immer mal wieder verfallene Teile eines alten Trimm-Dich-Pfades aus den 1970er Jahren zu sehen. Schade eigentlich, dass das so aus der Mode gekommen ist. Aber gut. Wir wandern auch lieber, als dass wir über Baumstämmchen hüpfen und Kniebeugen am Waldrand machen…

Trotzdem probieren wir es mal wieder aus und siehe da es macht doch irgendwie zumindest auch ein bisschen Spaß.

Keltenzug und Hügelgräber

Nach einem guten weiteren Kilometer sind wir am Keltenzug angekommen.

Das Kunstwerk des Künstlers Kai Georg Wujanz stellt eine keltische Begräbnisszene dar. Irgendwo finden wir die Aufforderung, dass man sich ruhig mal in die Gruppe einordnen solle. „Interaktiv“ nennt sich das wohl.

Angela probiert es mit Lucky – DER Pudel einfach mal aus. Hm. Bisschen komisches Gefühl. Eine Mischung aus albern, peinlich, aber auch mulmig. Fast schon pietätlos. Kerstin hält zwar Abstand, betätigt sich aber als Paparazza und macht Fotos.

Die beiden Hügelgräber sind die Rekonstruktion einer dort gefundenen Grabanlage. Eine solche Trauerzeremonie könnte so oder so ähnlich tatsächlich an dieser Stelle stattgefunden haben.

Wir verlassen die Szenerie wieder. Auf dem Friedhof springen wir ja schließlich auch nicht über die Gräber…

Wenn Ihr Euch vorab schon mal über den Künstler und seine Arbeiten informieren wollt, dann könnt schaut doch einfach mal auf seine Homepage.

Auf der Römerstraße

Jetzt müssen wir ja erstmal was gestehen und trauen es uns kaum zu sagen. Aber: Die „Erlebnisstätte auf der Bulau“ gibt es seit dem Jahr 2002. Gefühlt sind wir schon mindestens tausend Mal daran vorbeigelaufen. Doch erst heute schauen wir uns das Ganze so richtig an und lesen auch die Informationstafeln. Und wir stellen fest, dass es wirklich interessant ist.

Neben den Infos zum Keltischen Totenkult und der Dünenlandschaft (!) auf der Bulau gibt es so einiges über Römischen Straßenbau.

Dem wollen wir nicht vorgreifen. Schaut es Euch einfach mal an! Hier in Rödermark.

Unser persönliches Highlight war der römische Meilenstein (Nachbildung). Nicht, weil er jetzt so besonders spektakulär ist. Aber wir finden ihn anfangs überhaupt nicht. Schild ist da, Stein ist weg. Geklaut? In Luft aufgelöst? Wieder in Rom?

Nein, alles nicht. Nur irgendwas ist da schief gelaufen bei der Gestaltung dieses Teils der Erlebnisstätte. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um ein interaktives Ratespiel 😉.

Bei den Nachbarn

Wir laufen weiter, kommen an einer Schutzhütte vorbei und biegen nach rechts Richtung Anglersee ein. Wir befinden uns nun auf dem Gebiet der Nachbarkommune, im Dietzenbacher Wald.

In diesem Waldstück sind immer besonders viele Vogelstimmen zu hören. Das ist wirklich auffällig. Gerne würden wir euch an dieser Stelle mal mithören lassen. Klappt noch nicht so ganz. Aber sobald wir wissen, wie man eine Tonspur in einen Blog einbauen kann, holen wir das nach. Versprochen!

Wir laufen an einem Baumlehrpfad entlang und kommen wir an den Fischweiher des Angelsportvereins Dietzenbach. Da gefällt es uns richtig gut. Sehr idyllisch. Wir bleiben da einfach ein bisschen sitzen und gucken den Enten zu.

Auch Lucky – DER Pudel bleibt einfach ein bisschen sitzen und guckt den Enten zu. Das Zittern seiner Hinterläufe verrät allerdings, dass er sich durchaus anderes vorstellen könnte, sofern er denn alleine hier wäre.

Das Salz der Welt

Vom Fischweiher gehen wir geradeaus weiter, bis wir auf einen betonierten Feldweg kommen. Da biegen wir rechts ab und sehen Licht am Ende des Weges. Dort liegt Messenhausen, ebenfalls ein Ortsteil von Rödermark.

Falls Ihr nicht bis zum Ende der Tour warten könnt, gibt es auch hier die Möglichkeit zur Einkehr. Das Gasthaus „Grüner Baum“ liegt direkt auf dem Weg, abends ist es geöffnet.

Dann kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei. Uns gefallen die Fenster besonders gut.

Seit 1857 findet immer am Dreifaltigkeitssonntag (das ist der Sonntag nach Pfingsten) eine Wallfahrt zur Kapelle statt. Traditionell mit Salzsegnung: „Was das Salz für die Nahrung, das seid ihr für die Welt“. Das klingt doch schön, oder?

...gelb die Stoppelfelder

Es ist in diesem Sommer ja wirklich schon sehr lange sehr heiß. Auch in Rödermark wurde in diesem Jahr das Getreide viel früher geerntet. Dabei ist doch noch lange nicht Herbst.

Auf dem langen Weg die Felder entlang merken wir dann endgültig, wie heiß es heute ist. Gefühlt ist diese Tour nicht 9 sondern mindestens 15 km lang. Heute zumindest. Aber sonst hat der weite Blick über die Felder natürlich auch was.

Wir sind dann mal privat

So. Das Ende der Strecke ist erreicht. Wir freuen uns, dass wir es geschafft haben. Trotz Hitze. Wir kehren heute nicht im Hotel Odenwaldblick ein (Sorry, Familie Gensert). Nein, wir lassen uns ganz privat ein Frühstück servieren bei Angela zu Hause. Vielen Dank, Pascal!

Unser Fazit:

Auch vor der eigenen Tür, im sogenannten „Wohnzimmer“ gibt es einiges zu entdecken. Und wenn Ihr Euch für Kelten interessiert, dann solltet Ihr Euch diese „kulturhistorische Erlebnisstätte“ nicht entgehen lassen. Auch Rödermark ist eine Reise wert!

Wir haben die Tour mit noch mehr Fotos bei komoot aufgezeichnet. Wenn ihr sie nachwandert, würden wir uns über ein feedback sehr freuen.
Eure Wanderanke

  • Start: Bulauweg Rödermark am Hotel Odenwaldblick
  • Parken: An der Strasse oder evtl. der Hotelparkplatz
  • Vom Bahnhof Urberach gut zu Fuß zu erreichen
  • Wegbeschaffenheit: Straßen, Wald- und Feldwege
  • Bei jedem Wetter möglich
  • Für Kinder geeignet
  • Für Hunde geeignet

Und sonst noch …

  • Kaufland mit Bäcker, Apotheke, Handy- und Blumenladen, Zeitungsladen und Friseur
  • dm, Deichmann, Obi mit Bäcker,
  • Intersport, Fressnapf, Miller&Monroe und Kik 
  • Aldi

Findet Ihr alles in der Ober-Rodener-Str. 11 – 17, nicht weit vom Bahnhof.