Rund um den Oberwaldberg

Rund um den Oberwaldberg

Juli 14, 2018 1 Von wanderanke

 Am 10. Juli 2018 haben wir uns endlich auf den Weg gemacht. Kommt mit zur ersten Tour von wanderanke…

Rundwanderung - 8 km - 2 Stunden - Höhenmeter 60

Auf los geht's los

Seit Monaten denken wir über unser gemeinsames Projekt „wanderanke“ nach. Wir planen, wir reden, wir prüfen. Wir wandern sogar. Leider nicht so, dass wir es für unseren geplanten Blog verwenden könnten. Typisch für uns. Immer nochmal nachdenken, ob das alles so richtig ist. Bevor etwas perfekt ist, wird es nicht gemacht.

Doch uns wird klar, dass wir so nie mehr in die Gänge kommen. Also beschließen wir, am 10. Juli 2018 einfach zu starten. Egal wie, egal wo, egal wann.

Beginnen wollen wir mit einer einfachen Tour. Schließlich sind wir uns noch unsicher, wie lange wir brauchen, wenn wir nebenbei Fotos und Notizen machen, nach Infos für euch suchen, und so weiter. Unsere Wahl fällt auf eine kurze Rundtour vor den Toren Frankfurts.

Start in Mörfelden-Walldorf

Wir reisen mit dem Auto an und parken in Walldorf in der Elsa-Brandström-Straße / Ecke Jourdanallee. Heute mit dabei ist Lucky – DER Pudel.

Kaum angekommen, fällt uns auf, dass wir Essen und trinken für unterwegs vergessen haben. Nur für den Hund haben wir vom Leckerli über das Wasser bis hin zur Zeckenzange alles mit. Echte Profis halt…

Eine Rundum-Sorglos-Tour

Doch auf dieser Tour ist das kein Problem. Wir biegen in die Jourdanallee ein, überqueren am Ende die Frankfurter Landstraße (B 44) und sehen direkt einen Rewe mit angeschlossener Glockenbäckerei. Kerstin kauft bei Rewe Wasser, während Angela beim Bäcker ein (!) Laugenbrötchen besorgt. Lucky – DER Pudel hält derweil die Stellung und vor allem Blickkontakt mit seinem Frauchen.

Dann sind wir wieder draußen und nach einer kurzen Vesper geht es richtig los.

Perfektes Wanderwetter

 Ein bisschen Sorge macht uns das Wetter. Kaum zu glauben: Seit Wochen strahlender Sonnenschein. Viel zu heiß, viel zu trocken, viel zu sonnig. Ausgerechnet heute zieht sich der Himmel zu, es sieht sogar nach Regen aus. Zum Wandern ja gar nicht schlecht, aber wir sehen schwarz für gute Fotos. Egal. Wir machen das jetzt.

Ab in den Wald

Vom Rewe-Parkplatz aus gehen wir weiter in die Straße „An den Eichen“. Weniger als 100 Meter weiter gibt es links einen kleinen, unscheinbaren Weg. Da geht es rein. Wir sind nach wenigen Schritten mitten im Wald. Eine ganz andere Welt. Ohne Hektik, ohne Stress, wunderbar!

Zunächst laufen wir einfach ein bisschen durch den Wald. Wir queren einen Waldlehrpfad und den Fernwanderweg „Hugenotten-Waldenserpfad“. Da haben wir heute aber nicht so den Blick für. Ist ja unser „erstes Mal“ für wanderanke. Deshalb fokussieren wir uns auf das Wichtigste.

Hier die „Allee der Bäume des Jahres“.

Diese Aktion gibt es in Deutschland seit 1989.

Hier in Walldorf wird seit 2008 jedes Jahr ein Baum gepflanzt.  Dabei handelt es sich nicht um bedrohte Arten.

Ganz allgemein soll auf die Bedeutung und den Wert von Bäumen für uns Menschen aufmerksam gemacht werden.

 

Dass wir dabei auch noch an einer schönen Sreuobstwiese enttlanglaufen, sei nur so am Rande erwähnt… 

Wenn Ihr mal nen Prinzen braucht…

Ungefähr 2 km nach dem Start kommt schon ein erstes Highlight dieser Tour. Wir biegen vom Weg ab in einen kleinen Trampelpfad und gelangen an einen Amphibienweiher.

Heute sind die Frösche eher ruhig, nur das eine oder andere Gequake hören wir. Die Balz der Frösche ist eben schon vorbei.

Wenn euch nach einem richtigen Frosch-Konzert zumute ist, dann solltet Ihr diese Tour im Mai oder Juni machen – vielleicht ist dann ja auch ein echter  Prinz darunter… .

Wir finden ihn auch so wunderschön – den Weiher.

Mach mal Pause

Weiter geht’s: Ein weiterer Amphibienweiher folgt. Er gehört wohl zur Rundroute des „Regionalpark Rhein-MainWir erkennen das an den Sitzkieseln, die den Routenverlauf markieren.
Das ist überhaupt auffallend auf dieser Tour. Es gibt immer wieder Sitzgelegenheiten, die zu einer Pause einladen.
Neben den Sitzkieseln sind das häufig Bänke, oft auch mit einem Tisch dabei, so dass fast jederzeit auch eine Brotzeit möglich ist. Toll!

Ob es jedoch die vielen Mülleimer gebraucht hätte, ist fraglich. Die meisten sind übervoll und manchmal liegt der Müll auch schon daneben. Vielleicht sollte man das lieber lassen, dann ist den Leuten (hoffentlich!) klar, dass sie ihren Dreck wieder mit nach Hause nehmen müssen.

Baum des Jahres 2018

Und hier, am zweiten Weiher, ist am 22. März 2018 eine Esskastanie als diesjähriger Baum des Jahres gepflanzt worden.

Baumpate ist Bürgermeister Heinz-Peter Becker. 

Wir finden: Das ist eine richtig tolle Idee.

Auch Lucky – DER Pudel war mit uns einer Meinung.

Allerdings hat er seiner Begeisterung dadurch Ausdruck verliehen, dass er den armen Baum gleich mal als Toilette genutzt hat…

Der Berg ruft

Wir laufen wieder weiter. So ab und an kommt die Sonne doch noch raus, aber irgendwie ist es uns auch gleich. Es ist eine schöne, abwechslungsreiche Wanderung. Und außerdem gehen uns die Gesprächsthemen ja sowieso nie aus.

Dann endlich – knapp drei Kilometer seit Start – sind wir am Fuße des Oberwaldberges angekommen. Mit 144 m üNN ist dieser „Berg“ die höchste Erhebung im Kreis Groß-Gerau. Das schaffen wir heute!

Idyll auf 4 Millionen Tonnen Müll

Wir wollen Euch natürlich nicht vorenthalten, dass dieser Berg etwas ganz Besonderes ist. Im Jahr 1957 (die Stadt Mörfelden war noch nicht mit Walldorf fusioniert) wurde begonnen, die an dieser Stelle durch Kiesabbau entstandene Grube mit Müll zu befüllen. Bis in die 1980er Jahre hinein wurde diese Müllkippe rege genutzt, zeitweise wurde der Müll des ganzen Landkreises Groß-Gerau dort entsorgt.

Später wurde der entstandene Hügel verschlossen. Bis heute „arbeitet“ es in diesem Berg. Durch organische Abbauprozesse entsteht Deponiegas, das in Strom umgewandelt wird. Manchmal muss das Gas abgefackelt werden. Manchmal – besonders, wenn wir eines der entsprechenden Warnschilder gesehen haben – war uns dann doch etwas mulmig zumute.

Andrerseits ist der Oberwaldberg doch das Beste, was aus einer Müllkippe werden kann… Und wie es ausssieht, ist „Upcycling“ keine ganz so neue Idee.

Unterwegs was Süßes

Rechts und links wachsen Brombeerbüsche, die reichlich Früchte tragen. Sie schmecken sehr süß und die Wanderung verzögert sich nunmehr nicht allein wegen der Fotos.

Auf halber Höhe gibt es den ersten Aussichtspunkt. Da bleiben wir nur ganz kurz und trinken was, uns zieht es auf den Gipfel.

Hier geht’s rauf.

Die letzen Meter auf den Berg erreichen wir über insgesamt 57 Stufen – da wird uns dann doch ein bisschen warm.
Dann sind wir oben. Geschafft. Und wir freuen uns, wie immer, wenn wir irgendwo oben angekommen sind. Die Höhe spielt gar keine so große Rolle.

Blick auf Mainhatten

Der Blick ist heute wegen des Wetters nicht ganz so toll. Aber Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie grandios die skyline Frankfurts von hier aussieht, wenn die Sicht besser ist.

Waldbaden am See

Dann geht’s wieder runter. Der Abstieg ist locker zu schaffen… Wir laufen weiter durch schöne Wege, viel Grün, abwechselnd Sonne und Schatten.

Es gibt einen tollen Aussichtspunkt über den Oberwaldsee.

Wir umrunden den Oberwaldsee. Rechter Hand liegt der Schnepfensee. Wirklich idyllisch.

Einzig das schwach zu hörende Fahrgeräusch von der nahe gelegenen A5 erinnert uns, dass wir gerade nicht im Paradies sind.

Wir nutzen die Gelegenheit und üben uns im gerade so aktuellen Shinrin-Yoku. Auf Deutsch: Waldbaden.

Achtsam und entspannt durch den Wald gehen, dabei Störfaktoren einfach ausblenden. Und wirklich: Wir hören nichts mehr…

Zurück in die Zivilisation

Über die Straße „Im Steingrund“ kommen wir wieder nach Walldorf, queren die B 44 und folgen dem Alexander-Besser-Weg.

Architekturbegeisterte können hier noch einen kleinen Abstecher in die Neutra-Siedlung machen. Zweimal im Jahr gibt es hier auch Führungen durch die Häuser.

Termine findet Ihr hier.

Links in die Hermann-Löns-Straße und dann in eine der nächsten Straßen nach rechts einbiegen. Dann stoßt ihr wieder auf die Elsa-Brandström-Straße. Von dort seht Ihr schon den Bahnhof und findet auch Euer Auto wieder.

Bevor wir zum gemütlichen Teil des Abends übergehen, laufen wir nochmal kurz zu unserem Auto, wechseln die Schuhe und schnaufen kurz durch. Unsere erste Tour als wanderanke liegt hinter uns. Schön war’s, oder?

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen

Obwohl die Wanderung ja nicht besonders herausfordernd war, hatten wir am Ende dann doch richtig Hunger. Zeit zum Abendessen wäre spätestens auf dem Oberwaldberg gewesen und so ein Laugenbrötchen mit Wasser…

Eingekehrt sind wir in der „Taverna Knossos“vom Bahnhof wenige Minuten zu Fuß. Wir haben das Gefühl, dass es heute viel weniger griechische Lokalitäten gibt, als noch so vor zwanzig Jahren. Hier in Walldorf gibt es eine und die ist auch noch richtig gut.

Das Essen war lecker, der kleine Biergarten nett, nur ein bisschen kalt war uns draußen. Aber dazu kann der Wirt ja nichts.

Obwohl wir nur für wenig Geld gegessen haben (wir haben uns eine Vorspeisenplatte geteilt), bekamen wir am Ende auf Kosten des Hauses zwei heiße Slivovitz – einen Ouzo wollten wir nicht 😉

Empfehlung also für diese Einkehrmöglichkeit (Alternativen findet Ihr unten in unserer Info-Box). 

Unser Fazit:

Eine wirklich nette Runde für den Abend oder auch, wenn man sich einfach mal kurz entspannen will. Wir werden da bestimmt mal wieder vorbeischauen. Liegt ja fast vor unserer Haustür…  

Wir haben die Tour mit noch mehr Fotos bei komoot aufgezeichnet. Wenn ihr sie nachwandert, würden wir uns über ein feedback sehr freuen.
Eure Wanderanke

  • Startpunkt: Bahnhof 65546 Mörfelden-Walldorf
  • Parken: Direkt am Bahnhof in Mörfelden-Walldorf, Elsa-Brandström-Straße / Ecke Jourdan-Allee
  • Hier hält die S 7
  • Wegbeschaffenheit: Straße, Schotter und Waldwege
  • Bei jedem Wetter möglich
  • Für Kinder geeignet
  • Für Hunde gut geeignet

Und sonst noch…

  • Rewe mit Glockenbäckerei 500 m nach Tourstart (Öffnungszeiten: 7:00 – 22:00 Uhr)
  • Futterhaus für Euren Vierbeiner direkt daneben (hat von 9:00 – 19:00 Uhr geöffnet)
  • Cafè Ernst auf der anderen Seite des Bahnhofs. Hier gibt es sonntags Brötchen ab 8:00 Uhr
  • Bäcker Eifler (schräg gegenüber des Cafés) öffnet sonntags schon um 7:00 Uhr.